Betrug: gefälschte Inserate erkennen
Wir prüfen jedes Inserat, bevor es online geht, und sperren gefälschte. Trotzdem versuchen es Betrüger immer wieder. Hier siehst du, woran du ein gefälschtes Inserat erkennst. Wie die E-Mails der Betrüger aussehen, steht bei Betrug: Scam-E-Mails erkennen, weitere Tipps bei den WG-Tipps.
Die Masche in drei Schritten
- Ein Angebot, das zu gut ist. Ein schönes Zimmer oder gleich eine ganze Wohnung, mitten in der Stadt und viel günstiger als alles andere.
- Der Vermieter ist weg. Er arbeitet im Ausland, hat die Wohnung geerbt und die Schlüssel bei sich. Besichtigen geht nicht, höchstens von aussen.
- Zuerst Geld. Für die «Reservation», die Kaution oder den Versand der Schlüssel. Danach hörst du nichts mehr, und eine Wohnung gibt es nicht.
Überweise darum nie Geld, bevor du das Zimmer gesehen, die Leute getroffen und den Vertrag unterschrieben hast.
Woran du ein gefälschtes Inserat erkennst
- Der Preis passt nicht. Eine ganze Wohnung in Zürich für 500 Franken oder ein grosses Zimmer mit Seesicht für 450 Franken gibt es nicht. Vergleiche mit ähnlichen Inseraten in der Region.
- Die Fotos stammen aus dem Internet. Hotelzimmer, Musterwohnungen aus Prospekten oder nur die Hausfassade. Mit der Bildersuche von Google oder Bing findest du solche Fotos oft auf anderen Seiten wieder.
- Die Beschreibung ist kopiert. Der Text klingt nach einem Immobilienportal und beschreibt eher eine ganze Wohnung als ein WG-Zimmer.
- Die Felder ergeben keinen Sinn. Bei «Wir sind» und «Wir suchen» stehen Wörter wie «mieten», «tenants», «owners» oder «landlord» statt einer Beschreibung der WG.
- Ort und Adresse passen nicht zusammen. Die Strasse liegt in einer anderen Gemeinde als angegeben, oder es gibt sie gar nicht. Betrüger kennen die Gegend nicht.
- Kontakt nur übers Ausland. Die Antwort kommt mit einer ausländischen Telefonnummer, einer Nummer mit zu vielen Ziffern oder ganz ohne Nummer. Telefonieren geht nie, nur schreiben. Schweizer Handynummern beginnen mit 075, 076, 077, 078 oder 079.
Drei Beispiele von gesperrten Inseraten
Die Wohnung zum Zimmerpreis
Eine ganze Wohnung in der Stadt Zürich für 500 Franken im Monat. Als Region war «Zürich (Land)» gewählt, obwohl die Adresse in der Stadt liegt. Bei «Wir sind» stand «tenants», bei «Wir suchen» «landlord».
Der kopierte Text
Die Beschreibung stammte wörtlich von einer Immobilienseite und beschrieb eine ganze Wohnung. Das Foto zeigte nur die Hausfassade, und bei «Wir sind» und «Wir suchen» standen wieder «tenants» und «landlord».
Der Kontakt in England
Ein schönes Zimmer zu einem tiefen Preis, die Beschreibung offensichtlich zusammenkopiert, als Kontakt eine Telefonnummer aus Grossbritannien. Bei «Wir sind» und «Wir suchen» nur «tenants» und «owners».
Alle Inserate, die wir sperren, siehst du bei den gesperrten Inseraten. Sieht ein Inserat ähnlich aus, lass die Finger davon.
So schützt dich wgzimmer.ch
- Jedes Inserat wird geprüft, bevor es online geht. Ändert jemand später die Texte oder den Kontakt, prüfen wir nochmals.
- Wer über wgzimmer.ch schreibt, hat seine E-Mail-Adresse bestätigt, mit einem Code, den wir an diese Adresse schicken.
- Bekannte Betrüger-Adressen sperren wir. Wir gleichen Inserate und Nachrichten mit Listen solcher Adressen ab.
- Gesperrte Inserate zeigen wir öffentlich, damit du vergleichen kannst: gesperrte Inserate.
Ganz verhindern können wir Betrug trotzdem nicht. Hat ein Betrüger einmal deine E-Mail-Adresse, schreibt er dir auch direkt.
Was du tun kannst
- Unsicher? Zahl nichts und triff die Leute vor Ort. Prüfe die E-Mail-Adresse mit Scam-Mail prüfen.
- Verdächtiges Inserat? Melde es an abuse@wgzimmer.ch, mit dem Link zum Inserat. Wir schauen es uns an.
- Schon bezahlt? Ruf sofort deine Bank an, manchmal lässt sich eine Überweisung noch stoppen. Erstatte Anzeige bei der Polizei und bewahre alle Nachrichten auf.
- Ausweis geschickt? Melde auch das der Polizei. Betrüger brauchen solche Kopien für weitere Betrügereien, zum Beispiel für neue Inserate oder Konten.